"Ich möchte vor allem den Mädchen und jungen Frauen sagen, dass sie nie die Hoffnung verlieren sollen, auch wenn die erste Zeit in Deutschland vielleicht ganz anders ist, als sie dachten..."

Als sie nach Deutschland kam, war sie 13 Jahre alt. Als einziges Mädchen neben 4 Brüdern musste sie von Anfang an viel Verantwortung für die Familie übernehmen, weil ihre Mutter schwer krank war.

Zu Anfang half Ihr die deutsche Freundin ihres ältesten Bruders, die deutsche Sprache zu lernen, die sie in der Schule nie gelernt hatte. Dann lernte sie deutsche Nachbarn kennen und wurde vertrauter mit der Sprache. Nachdem sie den Schulabschluss nachgeholt hatte, machte sie eine Ausbildung und arbeitete lange Zeit als Köchin. 

Jahre später wurde ihr Hobby ihre Berufung und sie wurde Künstlerin. Heute lebt sie mit ihrem deutschen Mann in Duisburg, stellt ihre Bilder aus, unterrichtet Malerei und ist sehr glücklich damit.

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"Wir waren 5-6 Freunde und beschlossen, unser eigenes Ding zu machen"

1970 reiste die Familie nach Deutschland. Nur er blieb in der Türkei, um die Grundschule zu beenden. Später folgte er seiner Familie nach Duisburg. "Ich kam mit einer großen Portion Neugier und auch Angst", sagt er heute, "denn ich wusste ja nicht, was mich erwartet."

Der Sport half ihm dann dabei, die fremde Sprache zu lernen. Zusammen mit anderen gründete er 1980 den ersten deutsch-türkischen Jugendverein - und erlebte einen enormen Zuspruch von Gleichgesinnten. Dem Sport und der Kultur ist er bis heute treu geblieben...

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"Ich bin ein Teil von diesem Land..."

Eigentlich wollte sie zurück in die Türkei, nach dem sie die Schule und Ausbildung abgeschlossen hatte. Doch dann kam alles anders.

Frau Kartal kam 1980 im Alter von 16 Jahren nach Deutschland. Als junges Mädchen in einem fremden Land war vieles schwierig. Aber ihr Engagement in der Schule war der Beginn einer Karriere in Deutschland. Und nach Jahren merkt sie, dass das Land, in dem sie aufgewachsen ist, plötzlich sehr weit weg zu sein scheint...

 

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"Lassen Sie sich nicht so schnell von Ihren Ideen abbringen..."

... wenn Sie auf Ablehnung stoßen sollten oder wenn es Probleme gibt. Gehen Sie Ihren eigenen Weg. Denn es gibt sehr viele Chancen. Insbesondere bietet Deutschland viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Diese Angebote sollten Sie nutzen..."

Er kam als Auszubildender nach Deutschland und arbeitete zunächst als Bergmann in 1000 Meter Tiefe unter der Erde in Hitze und Dreck.

Eigentlich wollte er in die Türkei zurückzukehren, doch er blieb in Deutschland. Er studierte Hüttentechnik und wurde Hütttentechnikingenieur. Dann studierte er Wirtschaftswissenschaften und promovierte schließlich in Pädagogik. Heute organisiert er Bildungsprogramme für Menschen, die sich weiterbilden möchten. Und er freut sich auf weitere Zuwanderer aus der Türkei.

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"Gastfreundschaft sieht hier einfach ein bißchen anders aus..."

Sie lebte mit ihrer Mutter in Deutschland. Und sie kennt die Unterschiede zwischen Türken und Deutschen. Diese Unterschiede können manchmal zu Irritationen führen. Nicht nur zwischen Türken und Deutschen, sondern auch zwischen Menschen aus anderen Kulturkreisen, wie sie am Beispiel des Besuches ihrer philippinisch-deutschen Freundin anschaulich schildert.

Aber wenn man sich dessen bewusst ist, ist das alles kein Problem...

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"Wer die deutsche Sprache gut beherrscht, dem stehen alle Türen offen in Deutschland..."

"Wenn man als Einwanderer die deutsche Gesellschaft akzeptiert, dann bedeutet das nicht, dass man seine Sitten und Bräuche aufgeben muss. Wenn man den Willen und die Bereitschaft hat, dann wird man auch von der Aufnahmegesellschaft aufgenommen."

Er stammt aus Erzincan und hat in Istanbul sein Abitur gemacht. Eigentlich wollte er in England studieren, aber die Eltern hatten nicht genug Geld dafür. So kam er nach Deutschland und studierte Politikwissenschaften. Seit dieser Zeit interessiert er sich besonders für die Beziehungen zwischen der Türkei, Europa und Deutschland. 

Dieses Interesse hat er zu seinem Beruf gemacht. Als Journalist sind ihm sowohl die Probleme als auch die Chancen bekannt, die türkische Einwanderer in Deutschland haben. "Wer die deutsche Sprache gut beherrscht, dem stehen alle Türen offen in Deutschland" sagt er. Und dies gilt für viele Bereiche des Lebens: Schule, Beruf, Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

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Begonnen hat alles vor 5 Jahren bei mir in der Küche..."

Frau Gümüs ist in Deutschland geboren. Sie ist die Vorsitzende des Güldeste Wohltätigkeitsvereins in Duisburg.

Zusammen mit 16 anderen Frauen trafen sie sich früher regelmäßig in ihrer Küche, um Handarbeiten zu machen. Dann hatten sie die Idee, aus den eigenen Arbeiten eine Ausstellung zu machen und die Kunstwerke zu verkaufen. Erst waren alle skeptisch, aber dann machten sie sich an die Arbeit.

Gleich die erste Ausstellung war ein voller Erfolg! Die Einnahmen spendeten die Künstlerinnen an hilfsbedürftige Menschen. Dann gründeten sie offiziell einen eigenen Verein. Heute machen sie nicht nur Ausstellungen, sondern betreiben auch eine Kindergruppe und ein Altersheim. Und der Verein ist eine Anlaufstelle für viele Frauen, die aus der Türkei nach Deutschland kommen.

Frau Gümüs rät allen Menschen aus der Türkei, vor allem die deutsche Sprache zu lernen. Denn sonst kann eine Mutter nicht einmal dem eigenen Kind bei den Hausaufgaben helfen.

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"Die Familie ist wichtig; nicht nur weil man sich bei Problemen helfen kann. Eine Familie zu haben, ist auch wichtig für die Seele...."

Sie ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und geht hier zur Schule. Aber sie vermisst ihre Familie. Deshalb plant sie, in die Türkei zu ziehen, wenn sie die Schule beendet hat.

Sie wird sich dort eine Arbeit suchen. Und sie freut sich auf das Leben in der Türkei: die Menschen dort verhalten sich herzlicher, man spricht mehr miteinander, trifft sich auf der Straße, umarmt sich.

Und vor allem ist dort ihre Familie. Und diese ist ihr sehr wichtig.

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