Besonders wichtig für den Prozess des ,Fußfassens’ ist das Erlernen der Sprache des Landes, in dem man leben möchte. Über das Sprechen der Sprache werden einem vielfältige Kontakte zu den in Deutschland lebenden Menschen ermöglicht. Dies wiederum ist die beste Voraussetzung, ein Teil zu werden in immer mehr Lebens- und Kulturwelten des deutschen Sprachraumes. Das Sprechen der Sprache verbessert einerseits Ihre Fähigkeit, sich in der deutschen Sprache zu verständigen, andererseits trägt es dazu bei, sich in unterschiedlichen Situationen immer sicherer zu fühlen und die Situationen aktiver meistern zu können.

Voraussetzung für das Sprechen einer Sprache ist das Erlernen dieser. Hier gibt es bereits im Vorfeld, also vor der Einwanderung, einige Möglichkeiten im Heimatland, die deutsche Sprache zu erlernen. Goethe-Institute gibt es in der ganzen Türkei in größeren Städten, in denen Deutschsprachkurse angeboten werden. Wenn Sie dann nach Deutschland übersiedeln, wird Ihnen über die Integrationskurse eine weitere Möglichkeit geboten, die deutsche Sprache zu erlernen. Seit dem 01.01.2005 gilt das Zuwanderungsgesetz und regelt die staatlich kontrollierten Integrationsangebote für Zuwanderer, also auch die Integrationskurse für alle Neuzuwanderer und Neuzuwanderinnen. Das damit verbundene Ziel ist es, Neuankömmlingen auf Dauer einen angemessenen Lebensstatus zu bieten.

Die Integrationskurse bestehen aus verschiedenen Teilen und gliedern sich in einen 600-ständigen Kurs, der Ihnen für ein Leben in Deutschland zu Beginn ausreichende Deutschkenntnisse vermittelt. Das angestrebte Sprachniveau ist B 1 (entsprechend des europäischen Referenzrahmenens GER). Daneben vermittelt der 30-ständige Orientierungskurs Wissen zur Rechtsordnung, Geschichte und Kultur in Deutschland. Sie können an dem Kurs unter den folgenden Bedingungen teilnehmen:

  • wenn Sie als Neuzuwanderer im Rahmen einer Verpflichtung nach § 44 ZuwG nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen,
  • wenn Sie den Status einer Spätaussiedlerin oder eines Spätaussiedlers haben oder Ehegattin oder Ehegatte oder ein direkter Abkömmlinge sind,
  • wenn Sie den Status Bestandsausländer oder Unionsbürger haben.


Beratung finden Sie bei der Migrationserstberatung (MEB) oder, für junge Menschen bis 27 Jahren, bei den Jugendmigrationsdiensten (JMD). Auch die Ausländerbehörden und die ARGE bieten Ihnen Sprachberatung an.

Neben den genannten Sprachkursen gibt es auch Angebote für bestimmte Gruppen, die besondere Bedürfnisse haben. Dies sind z.B. Alphabetisierungskurse, Umalphabetisierungskurse, Frauenintegrationskurse, Integrationskurse für Langsamlerner, Kurse für Akademiker, Teilzeit- und Intensivkurse. Neben den Sprachkursen ist das Nutzen von „Begegnungsmöglichkeiten“ ein weiterer effektiver Weg, die gesprochene Sprache zu erlernen. Folgende Möglichkeiten gibt es hier:

  • die sprachliche Frühförderungskurse von Kindern,
  • Motivationskurse und Gesprächskreise für Frauen,
  • Sprachintegrationskurse für Mütter, die von der Bundesregierung (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) oder von den ARGEn finanziert werden,
  • Elternkompass / Elternführerschein, ebenfalls von der Bundesregierung (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) finanziert,
  • Elternkurse, die Informationen zur Förderung von Mutter- und / oder Zweisprachigkeit bieten.
  • PEKiP (Prager Eltern-Kind Programm)-Kurse oder mulitnationale Spielgruppenkurse, die finanziert werden aus Landesmitteln (auf Bundesländerebene) und Angebote der Eltern- und Familienbildung sind.